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Uhrenpflege

Wichtig für den Erhalt einer Sammlung mechanischer Maschinen, um nichts anderes handelt es sich nämlich bei Armbanduhren, ist deren sorgfältige Aufbewahrung und regelmäßige Pflege. Hierzu gilt es folgendes zu beachten:
 
Armbanduhren sollten in einer möglichst trockenen und staubfreien Umgebung aufbewahrt werden. Die Gehäuse sollten so voneinander getrennt sein, dass sie nicht aneinander reiben oder scheuern können. Dies verursacht Schleifspuren und Kratzer. Direkter Sonnen- oder greller Lichteinfall ist zu verneiden, weil vor allem die Zifferblätter und Zeiger darunter sehr leiden können. Für Automatikuhren empfiehlt sich ein Uhrenbeweger, der den Rotor in Schwung hält. Dann entfällt, vor allem bei ewigen Kalendern, das Einstellen, wenn die Uhr einmal längere Zeit nicht getragen wurde.
 
Verschmutzungen kann man bei wasserdichten Uhren mit einem feuchten Tuch entfernen, wenn die mehr als 3 bar dicht ist, auch unter fließendem Wasser (Lederarmband vorher abnehmen!). Finger weg von Reinigungsmitteln! Sie können die Dichtungsringe von Krone und Bodendeckel angreifen. Wenn das Glas innen beschlägt, ist der Uhrmacher gefordert.
 
Quarzuhren, die man nur gelegentlich trägt, bewahrt man am besten ohne Batterie auf. Denn sobald Knopfzelle leer ist, kann sie Säure verlieren, die das Uhrwerk beschädigt oder schlimmstenfalls zerstört. Da genügen schon wenige Tage.
 
Ein Kratzer im Glas? Das kommt beim Acryl schon häufiger vor. Denn der Kunststoff (z.B. Hesalith) hat nach der Mohs-Skala nur den Härtegrad 2, vergleichbar mit Gips. Schrammen und Kratzer lassen sich mit einer Polierpaste wegpolieren - vorausgesetzt, sie sind nicht zu tief. Mineralgläser (Härtegrad: Mohs 6) sind weniger empfindlich, Gläser aus künstlichem Saphir (Mohs 9) kann man nur mit Diamant zerkratzen. Doch Vorsicht: Saphirgläser sind stoßempfindlich.
 
Ein Lederband sollte grundsätzlich nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Nur Bänder, die ausdrücklich als wasserfest ausgewiesen sind, beispielsweise aus Haileder, kann man unter fließendem Wasser säubern. Hier gilt wie beim Gehäuse: Reinigungsmittel vermeiden. Sie können Farbveränderungen und Ränder im Leder verursachen. Selbst Lederbänder allererster Güte trotzen den täglichen Strapazen durch Schmutz, Temperaturschwankungen und vor allem die aggressive Buttersäure im Schweiß nur eine gewisse Zeit lang. Die Lebensdauer beträgt etwa ein Jahr. Metallarmbänder lassen sich, wie auch das Uhrgehäuse, polieren. Manch alte Uhr schaut nach einer Politur aus wie neu.
 
Schon aus versicherungsrechtlichen Grünen sollten alle Uhren einer Sammlung sorgfältig archiviert werden. Dies bedeutet, dass man jede Armbanduhr fotografiert und ihre wichtigsten Daten (Hersteller, Jahr, Typ) und (Komplikationen, Werk-, Gehäuse- und Referenznummer), soweit bekannt und vorhanden, (Gehäusematerial, Zustand, Kaufpreis und Verkäufer) schriftlich festhält.
Wird eine Armbanduhr nach dem Tragen für längere Zeit weggelegt, sollten das Gehäuse, insbesondere der Boden, sowie ein eventuell vorhandenes Metallband mit einem weichen Selvyt- Tuch sorgfältig abgewischt werden. Die unweigerlich vorhandenen Schleif-, Schmutz- und Fettspuren schaden auf die Dauer dem Gehäusematerial.
 
Wasserdichte Gehäuse sollten nach längerem Liegen von einem entsprechend ausgestatteten Fachbetrieb auf ihre Dichtigkeit überprüft werden. Die verwendeten Dichtungsmaterialien (zumeist Gummi oder Kunststoffe) altern nämlich. So kann es passieren dass vermeintlich wasserdichte Uhren den Sprung ins kühle Nass mit einem Wassereinbruch quittieren, der teure Reparaturen ziehen kann. Sollte ein derartiges Ereignis dennoch einmal eintreten, ist der Gang zum Uhrmacher angesagt. Wasser zeigt seine verheerende Wirkung auf Stahlteile innerhalb kürzester Zeit. Vom Rost befallene Oberflächen lassen sich nicht mehr restaurieren. Es bleiben immer Rostnarben übrig. Nach der Benützung einer wasserdichten Uhr in Salzwasser ist ein Abspülen mit klarem Leitungswasser auf jeden Fall ratsam.
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